Ausstellungstipp: Poesie in Schwarz Weiss - LACUNA von Sienna Dust
Die Nitroglobus Roof Gallery erweist sich immer wieder als eine der feinsten Adressen für anspruchsvolle virtuelle Kunst. Unter der ambitionierten Leitung von Owner und Kurator Dido Haas öffnet sich hier regelmäßig ein Raum für außergewöhnliche visuelle Entdeckungen. Aktuell präsentiert die Galerie eine Künstlerin, deren Arbeiten das Auge auf ganz besondere Weise fesseln: Sienna Dust
Ich verfolge Siennas kreativen Weg schon seit langer Zeit auf Flickr und zähle mich zweifellos zu den großen Bewunderern ihrer Schwarz-Weiß-Fotografien. Ihre neueste Ausstellung schafft es jedoch, mich noch einmal auf eine völlig neue Art zu begeistern. Es ist eine Kollektion von ästhetisch hochedlen, zutiefst sinnlichen Aufnahmen, die eine ganz eigene Magie entfalten und an die letzte Ausstellung namens Ilicit Glimpse anknüpft.
Was diese Werke so besonders macht, ist ihre feinsinnige Zurückhaltung. Nichts an diesen Bildern wirkt aufdringlich, nichts drängt sich lautstark auf, und jede Nuance von Provokation oder Gewöhnlichkeit liegt ihnen völlig fern. Stattdessen zelebrieren die Fotografien die pure, unverfälschte Schönheit der weiblichen Form, eine Schönheit, die sich erst bei leisem, näherem Hinsehen in ihrer ganzen Tiefe offenbart. Es ist das gekonnte Zusammenspiel aus sanfter Bewegung und meisterhaft gesetzten Schatten, das einzelne Körperpartien sanft aus der Dunkelheit hervorhebt und die Phantasie des Betrachters beflügelt. Eine absolut sehenswerte Ausstellung, die zeigt, wie elegant virtuelle Fotografie sein kann.
Eröffnungsparty
Montag, 25. May 2026, 21:00 Uhr unserer Zeit (12:00 PM SLT)
Musik: DJ NOIR
TELEPORT ZUR AUSSTELLUNG
Sienna's Website
Flickr
Facebook Nitroglobus Roof Gallery
Flickr Group Nitroglobus Roof Gallery
Auszüge aus Siennas Gedanken zur Ausstellung (Notecard Text, eigene Übersetzung):
Mit Illicit Glimpse [Unerlaubter Blick] fing alles an. Der Einstiegspunkt. Die „Verführung“. Jener erste, spannungsgeladene Moment des Verhandelns zwischen dem, was gezeigt, und dem, was vorenthalten wird – zwischen dem Begehren des Betrachters und der bewussten Verweigerung des Motivs.
LACUNA ist das, was danach kommt.
Keine Fortsetzung im herkömmlichen Sinne, sondern eine Vertiefung. Ein Abstieg in ein innerlicheres Terrain, dunkler und stiller, weiter weg von der Oberfläche. Wenn Illicit Glimpse der flüchtige Blick selbst war, dann ist LACUNA die Leere, die dieser Blick offenbart hat.
Der Betrachter hat bereits gelernt, anders hinzusehen; gelernt, wie man im Schatten, im Fragment und in der Zurückhaltung Bedeutung findet. Nun wird er noch ein Stück weitergeführt: zu dem, was man überhaupt nicht sehen kann. Zum vorenthaltenen Selbst. Zu der Wahrheit, die jenseits der Schwelle existiert.
Hier wird nichts vorgegeben und nichts aufgelöst. Jedes Bild verharrt mitten im Atemzug; eine noch unvollendete Geste, eine Bewegung, die sich noch nicht entschieden hat, wo sie landet. Der Betrachter wird mit dem Warten auf etwas zurückgelassen, das das Fotografierte ihm verweigert. Diese Erwartung ist keine Lücke im Werk. Sie ist das Werk.
Auf diese Weise baut ein Künstler auch sein Lebenswerk auf. Nicht durch einzelne, wenn auch kraftvolle Aussagen, sondern durch Kontinuität. Durch die Bereitschaft, zurückzukehren, tiefer zu gehen und zuzulassen, dass sich ein Werkzyklus in den nächsten öffnet. Diese Art der kontinuierlichen Auseinandersetzung ist selten. Sie gibt Sammlern, Kuratoren und all jenen, die das Werk einfach nur begleiten, mehr als nur ein Bild zum Bewundern. Sie gibt ihnen einen Geist, dem sie folgen können, eine Vision, die sich im Laufe der Zeit entfaltet.
LACUNA ist die zweite Arbeit in einer fortlaufenden Serie, die mit Illicit Glimpse begann.
Keine Übererklärung nötig. Nur gerade so viel Faden, dass der Betrachter daran ziehen kann.

.jpg)
.jpg)
Comments
Post a Comment