Nostalgischer Simtipp: Linden Memorial Park (Generell)
![]() |
| Segeltour Linden Memorial Park |
Diese Erkundungstour war für mich ein Wechselbad der Gefühle. Am Ende sehr emotional, man mag es kaum glauben. Vor einiger Zeit machte ein befreundetes Pärchen einen Segelausflug zu diesem schon sehr alten Ort und berichtete darüber (danke Lavenia und Dustin für die Information). Heute hatte ich Zeit, mir das Ganze anzusehen. Und da ich seit einiger Zeit auch wahnsinnig gerne segle, habe ich das auf demselben Weg gemacht wie die beiden.
DIREKT-TELEPORT IN DEN LINDENMEMORIAL PARK
TELEPORT ZU NOVAOWL (dort gibt’s eine Rezzzone, die leicht zu finden ist)
.jpg)
Segeltour Linden Memorial Park
Startpunkt war bei Uli Jansmas NovaOwl und von dort aus ging es dann mit meinem Segelboot los, immer schön entlang an der Küste. Als Erstes Richtung Osten, dann hoch nach Norden und scharf links Richtung Westen. Diese Tour in die nordischen Gefilde ist sehr anstrengend, jedenfalls für mich. Es macht aber auch gleichzeitig wahnsinnig viel Spaß.
.jpg)
Segeltour Linden Memorial Park
Anstrengend deshalb, weil es ab und an schön eng wird. Man muss hier besonders auf Kreuzübergänge aufpassen, weil man da immer sein Boot verliert – im Gegensatz zu den normalen Sim-Übergängen. Die waren früher ja schon schlimmer, heute merkt man ja kaum noch ein Ruckeln.
![]() |
| Segeltour Linden Memorial Park |
Anstrengend auch, weil die Ostküste und die Nordküste mit vielen Bannlinien brillieren und mit fast nicht vorhandenen Rezzzonen fürs Boot, wenn man es doch mal verloren hat. Die Bannlinien sind echt krass, die gehen bis hin zu dicken, fetten gerezzten gelben Linien. Da kann man nur noch den Kopf schütteln.
.jpg)
Segeltour Linden Memorial Park
Ganz oben im Nordosten musste ich ein bisschen fliegen, bis ich eine winzige, mit einer Boje im Wasser markierte Rezzzone fand. Weil es mich da oben durch so einen Orbit nach Hause geschickt hat. Ich war einfach zu langsam beim Vorbeisegeln…
.jpg)
Segeltour Linden Memorial Park
Und Spaß macht es, weil man an eigenartigen, kuriosen Landschaftsformationen vorbeikommt – von riesigen Würfeln, die mit Tapeten überzogen sind, bis hin zu ganz, ganz alten, schlimmen Häusern und Items, die wohl schon vor zwanzig Jahren so da standen. Aber auch einiges Schöne habe ich entdeckt.
Dann kam ich nach ca. zwei Stunden oben am Linden Memorial Park an. Ich ging vor einem dortigen Steg vor Anker (gelber Punkt da oben am Foto). Das Boot blieb natürlich nicht da, Rezzen verboten.
Tja, da stand ich nun und sah nichts, absolut nichts. Komplett leer, nur eine flache, grüne Fläche mit einem steinernen, schmalen Weg, dem ich dann folgte. Dieser Park besteht nämlich aus 12 Regionen (siehe Foto), wobei die äußeren Bereiche eben so aussehen. Im inneren Bereich dieses Regionsverbundes kommt man dann durch Wälder und Parkanlagen und mittig auf ein monumentales Gebäude mit Wasserfällen rundherum.
Nach meinen ersten Eindrücken wurde ich immer langsamer, ging bedächtiger, schaute intensiver hin, um all diese Erinnerungen zu finden und mir anzusehen.
Skulpturen, Steine, Grabstätten oder auch nur einzelne Blumen. All das sind Erinnerungen an verstorbene Second Life-Bewohner. An lange schon Verstorbene. Menschen, die mitgeholfen haben, unser Second Life aufzubauen. Liest man das Datum an diesen Erinnerungsorten, dann merkt man, dass hier schon lange keine neue Erinnerungsstätte hinzugefügt wurde. Was ich sehr bedaure, denn Platz gibt es da mehr als genug.
Ehrfürchtig las ich die lieben Worte, las von Freundschaften und Zuneigung, von Dankbarkeit und Vermissen. Es machte mich traurig und ich bin es immer noch.
Ein virtueller Ort, an dem man sich an Menschen erinnern kann, die verstorben sind, ist schon eine wunderbare Idee. Eine Idee, die im Grunde genommen weitergeführt werden sollte. Viele von uns sind schon Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hier und haben einige Freunde verloren. Es wäre schön, wenn auch diese dort einen Platz finden könnten. Einen Platz für alle Nutzer, die Second Life wertschätzten, die mitwirkten, die Spaß hier hatten und die vor allem Menschen hinterlassen haben, die sie vermissen.
Besonders eine Grabstätte hat mich zutiefst getroffen, da diese Frau nur wenige Jahre älter war als ich, als sie verstarb. Erinnerungen. Erinnerungen, die immer mehr verblassen, immer mehr im Nebel des Vergessens untertauchen – und da würde ein Platz an diesem Ort vielleicht dazu beitragen, dass man nicht komplett vergessen wird ...
Ein Vormittag im Wechselbad der Gefühle. Zuerst Freude am Segeln, dann Ärgern über die fiesen Orbits, dann Ärgern über die knappen Wasserwege und über die Tatsache, dass man Rezzflächen sehr selten auf dieser Tour findet.
Danach dieser weitläufige Park mit all den Sachen, die zum Gedenken an jemanden aufgestellt wurden. Diese Einsamkeit des Parks, die traurigen Worte, die Fotos, das alles …. Ein Besuch, der einen zum Nachdenken bringt, eine wahre nostalgische Reise.
Hier einige Fakten zu diesem Park:
Der Linden Memorial Park ist eine offizielle, historische Gedenkstätte von Linden Lab in Second Life. Er wurde geschaffen, um einen dauerhaften und würdevollen Ort in der virtuellen Welt zu bieten, an dem an verstorbene Bewohner sowie an reale Tragödien erinnert werden kann.
Eröffnung: Der zentrale Bereich wurde offiziell am 22. April 2009 eingeweiht. Eine Marmorplakette am Haupteingang trägt die Inschrift: „Linden Memorial Park - dedicated to the residents of Second Life this twenty-second day April, two thousand and nine.“
Einstellung neuer Anträge: Im Juli 2011 gab Linden Lab offiziell bekannt, dass keine neuen Anträge für individuelle Gedenkstätten mehr angenommen werden. Bestehende Denkmäler sind jedoch geschützt und werden von Linden Lab nicht entfernt.
Skript-Einschränkungen: Auf fast dem gesamten Gelände sind Skripte für normale Bewohner deaktiviert. Das bedeutet, dass man dort nicht „rezzen“ (Objekte ablegen) kann. Auch das Befahren oder Besegeln der Wasserwege mit skriptgesteuerten Booten ist durch die globalen Landeinstellungen meist blockiert oder stark eingeschränkt, obwohl das Areal theoretisch an das offene Meer grenzt.
Aktueller Zustand & Bekannte Probleme
Da der Park seit Mitte 2011 nicht mehr aktiv von Linden Lab erweitert wird, leidet die Region unter typischen „Legacy-Problemen“, die von der Community und den Linden-Mitarbeitern (LDPW / Moles) wie folgt dokumentiert wurden:
Defekte Skripte im Blumengarten (Varna): Das automatisierte System zum Widmen und Pflanzen von Blumen ist funktionsunfähig. Wenn man versucht, über die Displays eine Blume zu stiften, antworten die Skripte zwar mit Systemmeldungen wie „Orchid 19 whispers: Offsets Saved, Please type the name of the person...“ oder „Orchid 77 whispers: Planting flower...“, aber die Blumen erscheinen aufgrund von Fehlern (Error Alpha) im Inventarsystem der Objekte nicht mehr. Einige Plaketten reagieren überhaupt nicht mehr auf Klicks.
Leere Event-Regionen: Die Sims Winterspire, Monument, Highgate und Derran Moor stehen heute komplett leer und verlassen da, da dort ohne aktive Moderation und Freischaltung durch Linden Lab keine neuen Denkmäler oder Events mehr eigenständig von Residents platziert werden können.
Erklärung der Moles (Lindenbaumeister): Die Linden-Entwickler erklärten dazu, dass das alte System damals nicht vollautomatisiert, sondern auf eine manuelle Pflege der Objekt-Inventare durch die „Moles“ angewiesen war. Da die Prioritäten heute auf neueren Projekten (wie Bellisseria) liegen, fehlt oft die Zeit für ein komplettes Skript-Redesign dieser alten Legacy-Systeme.
Der Park bleibt dennoch ein beeindruckendes, melancholisches und historisches Ausflugsziel für Erkundungen und ruhige Momente in Second Life.
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
.jpg)
Comments
Post a Comment