[THE ATLANTIC] - DIE DIGITALEN RUINEN EINER VERGESSENEN ZUKUNFT

Was als Überschrift wie Philosophie rüberkommt, ist ein weiterer, monumentaler Artikel zum Thema Second Life, der heute in der Online-Zeitschrift The Atlantic erschienen ist. Geschrieben wurde dieses Essay von Leslie Jamison, einer recht bekannten US-Autorin, die sogar einen kleinen Wikipedia.de https://de.wikipedia.org/wiki/Leslie_Jamison Eintrag bei uns hat.
Leslie Jamison
Leslie beschreibt in ihrer SL-Betrachtung weniger die technischen Eigenschaften von Second Life, sondern mehr die Menschen, die aus der virtuellen Welt das gemacht haben, was sie heute ist. Darauf weist auch schon die kurze Einleitung unter der Überschrift hin. Sie lautet:

    "Second Life sollte die Zukunft des Internets werden, aber dann kam Facebook. Trotzdem verbringen viele Menschen jeden Tag Stunden damit, diese virtuelle Welt zu bewohnen. Ihre Geschichten - und die Welt, die sie aufgebaut haben - veranschaulichen die Hoffnungen und Grenzen des Online-Lebens."

Leslie versucht in ihrer Betrachtung Antworten auf Fragen zu finden, die auch in ihrer RL-Arbeit öfters auftauchen: Wie knüpfen wir Verbindungen zu anderen Menschen? Was macht Intimität aus? Wo und wie finden wir eine Bedeutung an erstaunlichen Orten? Leslie sagt in ihrem Interview mit Wagner, dass man die Überschrift des Artikels nicht negativ auffassen soll. Es geht um den Bezug auf eine unvollkommene Online-Utopie, in der es von Menschen wimmelt, während der Großteil der realen Welt wegschaut.

Eine der Personen, die im Artikel näher vorgestellt werden, ist Gentle Heron, die Initiatorin von Virtual Ability. Das ist eine SL-Organisation, die behinderten Menschen einen Teil von Eigenständigkeit in Second Life erleben lässt, die so in der physischen Welt so nicht mehr für sie möglich ist. Weitere Protagonisten im Essay sind Gidge Uriza, Bara Jonson, Free und Alicia Chenaux. Dazu gibt es viele Fotos aus SL aber auch von den RL-Personen an der Tastatur.

Hier endet Wagners Kurzbetrachtung zum Atlantic Artikel auch schon. Deshalb nun doch noch ein paar Gedanken von Maddy.

Was ihm (und auch mir) in diesem Artikel noch gut gefallen hat, ist Leslies Beschreibung zur beliebten Frage, was Second Life eigentlich ist. Zuallererst - kein Spiel, sondern eine Plattform. Es gibt dann ein paar statistische Zahlen aus dem Jahr 2013 und es werden viele unterschiedliche Dinge aufgezählt, die in Second Life möglich sind. Auch das alles von den Avataren gebaut wird, die wiederum von den Menschen hinter der Tastatur gesteuert werden. Ein Satz klingt zwar etwas hochtrabend, trifft aber im Grunde schon zu. "Von deinem Standpunkt aus, funktioniert Second Life so als wärst du ein Gott."

Leslie schreibt, dass aus heutiger Sicht Second Life kein veraltetes Relikt ist, sondern ein verzerrtes Spiegelbild der realen Welt, in der viele von uns leben.

Philip Rosedale, Second Life’s creator
Natürlich bekommt auch Philip Rosedale einen Abschnitt in diesem Artikel. Philip war 1999 zum ersten Mal auf dem realen Burning Man Festival in der Wüste von Nevada. Und dort passierte mit ihm etwas, das seine Persönlichkeit veränderte, ganz ohne Drogen. Er sagt, dass er sich mit allen Menschen eng verbunden fühlte, auf eine Weise, die man üblicherweise so nicht wahrnimmt.

Und dieses Erlebnis hatte einen großen Anteil daran, dass wir heute Second Life haben. Denn er wollte danach einen Ort schaffen, den die Menschen beliebig formen können, was immer sie daraus machen wollen.

Wer Englisch kann und am Wochenende viel Zeit hat, sollte sich den englischen orginal Artikel durchlesen. Es ist eine ziemlich gute Beschreibung der Stärken von Second Life. Auch wenn man es von der Überschrift her nicht vermuten würde.

Deutsche Quelle

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