Daemonika Nightfire: Second Life vs. Gaming

Daemonika Nightfire hat mir wieder einen Beitrag geschickt, den ich sehr interessant finde und daher veröffentliche. Danke Dae, dass du immer mal wieder etwas für mich schreibst. Die gesamten Beträge von Daemonika findet ihr gesammelt hier.

Daemonika

Dass Second Life alles andere als ein Game ist, wird wohl kaum jemand bestreiten, vor allem die alten Hasen unter euch nicht. Darum möchte ich mal versuchen, den technischen Aspekt zu verdeutlichen, was Second Life von Games unterscheidet, weil die meisten Tipps aus der Gaming-Welt oft 1:1 übernommen werden.

Es fängt schon mit der Installations-Routine an. Während Games mittlerweile gerne mal 100 GB Speicherplatz benötigen, kommen wir mit Second Life mit rund 200 MB für den Viewer + bis zu 40 GB Cache (je 20 GB für Texturen und Assets) aus. Bei einem Game sind die Inhalte größtenteils schon auf der Festplatte und ändern sich erst bei einem Update. Second Life dagegen lädt permanent aktuelle Inhalte herunter und aktualisiert den Cache. Ältere oder nicht mehr genutzte Inhalte werden dabei einfach überschrieben.

Während das Game nur noch minimale Daten überträgt, wie Positionsdaten und andere Informationen, kann Second Life dir bei einem einfachen Teleport, je nach Viewer-Setting, schon mal Gigabyte-Weise Daten übermitteln. In einem Game kannst du darum deutlich bessere Ladezeiten, schnellere Reaktionen oder eine flüssigere Wahrnehmung der Bewegung erwarten. In Second Life dagegen bist du oft gezwungen zu warten, bis alles vollständig geladen ist.

Weil ich auf TikTok Bens Hardware verfolge und davon ausgehe, dass der ein oder andere von euch das ebenfalls macht, kennt ihr vielleicht seine Empfehlungen. Erst kürzlich habe ich ein Video gesehen, in dem er empfiehlt, den Monitor auf die maximal verfügbare Hz einzustellen und die Grafikkarte damit arbeiten zu lassen. An sich ein guter Tipp, aber ausschließlich für Gamer. Second Life ist kein Game.

Während in Games, vor allem bei Shootern, hohe Framerate und geringe Latenzen (Latenz ist die Verzögerung zwischen einem Ereignis (Reiz, Befehl) und der Reaktion darauf, gemessen in Millisekunden) entscheidend sind, ist das in Second Life stark begrenzt. Die Latenzen in SL sind jenseits von Gut und Böse, selbst bei bester Verbindung und schneller Hardware hängt alles vom Server ab. Wer seinen Rechner hauptsächlich für Second Life nutzt, kann den Monitor locker auf 60 Hz einstellen und im Viewer V-Sync aktivieren. Dadurch arbeitet die Grafikkarte ebenfalls mit maximal 60 Hz. Bei Bedarf kann man im Viewer die Framerate begrenzen, ich habe zum Beispiel 60 FPS eingestellt. Achtung: Das ist nicht die SIM-FPS. Die SIM-FPS sind das technische Limit für Physik, Scripte, Objekt-Updates und Avatarbewegungen.

Warum mache ich das?

Am meisten profitiert mein Bank-Konto davon. Durch die Reduzierung verringert sich der Stromverbrauch. Monitor und PC ziehen nicht mehr so viel Strom. Zusätzlich erhöht sich die Lebensdauer der Komponenten, nicht nur Monitor und Grafikkarte, sondern das ganze System.

Müsste der Monitor und der Rechner die ganze Zeit auf Volllast laufen, steigt nicht nur der Stromverbrauch, es wird auch mehr Abwärme erzeugt. Wenn die Temperatur steigt, drehen die Lüfter hoch, verbrauchen mehr Strom und verschleißen schneller. Wenn sie dann noch unrund laufen, werden sie lauter und übertragen Vibrationen auf andere Komponenten. Das muss nicht sein, denn es würde in Second Life keine spürbare Verbesserung bringen. 

Nachwort:

Dieser Beitrag richtet sich bewusst an Nutzer, die bereits einen leistungsfähigen Rechner oder Gaming-PC für Second Life einsetzen. Wer mit deutlich schwächerer Hardware unterwegs ist, muss ganz andere Einstellungen und Prioritäten berücksichtigen, das würde hier den Rahmen sprengen.

LG
Dae

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