Wusstet ihr das schon? Die Welt der Viewer für Second Life
In Second Life gibt es grundsätzlich zwei Kategorien von Viewern: den offiziellen Viewer von Linden Lab und die sogenannten Third-Party Viewer (Drittanbieter). Ich habe versucht, die wichtigsten Informationen zusammenzutragen und die jeweiligen Vor- und Nachteile kurz und bündig aufzulisten.
Falls ihr weitere Viewer kennt, einen Fehler entdeckt habt oder Ergänzungen teilen möchtet, schreibt es einfach direkt unter dieses Blog-Posting oder kommentiert auf Facebook.
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| Gyazo |
1. Der offizielle Second Life Viewer (Linden Lab)
Dies ist der Standard-Viewer, der direkt vom Hersteller entwickelt wird. Er dient als technisches Fundament für fast alle anderen Viewer auf dem Markt.
Vorteile
Immer aktuell: Neue Funktionen (wie die PBR-Materials oder moderne Spiegelungseffekte) sind hier zuerst verfügbar – oft Wochen oder Monate vor den Drittanbietern.
Stabilität & Support: Als Referenz-Viewer ist er besonders stabil. Der offizielle Support von Linden Lab setzt meist voraus, dass ein Problem im Original-Viewer reproduzierbar ist.
Einsteigerfreundlich: Die Benutzeroberfläche ist bewusst schlicht gehalten. Anfänger finden sich schneller zurecht, da sie nicht von unzähligen Menüs und Einstellungen erschlagen werden.
Moderne Performance: Seit der Version 7+ ist der Viewer deutlich schneller geworden. Er nutzt aktuelle Hardware (wie z. B. Apple Silicon) oft effizienter aus als ältere Software-Stände.
Nachteile
Weniger Komfort-Features: Viele praktische „Quality of Life“-Funktionen fehlen, wie etwa eine detaillierte Umgebungssuche (Area Search), erweiterte Radar-Tools oder das dauerhafte Ausblenden störender Objekte (Derender).
Kaum Anpassungsmöglichkeiten: Das Interface ist weitgehend starr. Es gibt nur wenig Spielraum, um das Layout an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Eingeschränktes RLV: Das Restrained Love Viewer-Protokoll, das für viele Rollenspiele in SL unverzichtbar ist, wird nativ nicht im vollen Umfang unterstützt.
2. Firestorm Viewer (The Phoenix Firestorm Project)
Der Firestorm ist der mit Abstand am weitesten verbreitete Third-Party Viewer. Er basiert auf dem LGPL-Code von Linden Lab, ergänzt diesen aber um eine gewaltige Menge an Funktionen, die das SL-Leben komfortabler machen.
Vorteile
Funktionsvielfalt: Er bietet Features, die im offiziellen Viewer fehlen, wie z. B. die Area Search (Suche nach Objekten in der Umgebung), den Asset Blacklister (Dinge dauerhaft ausblenden) und ein extrem detailliertes Radar.
Anpassbarkeit: Du kannst fast alles einstellen – von der Anordnung der Buttons bis hin zur Wahl zwischen verschiedenen Interface-Stilen (z. B. der klassische V1-Look oder das moderne V3-Design).
RLV-Integration: Das Restrained Love Viewer-Protokoll ist vollständig integriert, was für viele Rollenspieler (Combat, BDSM, Immersion) zwingend erforderlich ist.
Bautools: Für Creator bietet Firestorm erweiterte Werkzeuge beim Bauen und Texturieren, die das Arbeiten deutlich beschleunigen.
Riesige Community: Da die meisten User Firestorm nutzen, findet man online zu fast jedem Problem sofort ein Tutorial oder Hilfe in den Inworld-Supportgruppen.
Nachteile
Überladene Menüs: Die schiere Menge an Optionen kann Anfänger (und selbst Profis) leicht überfordern. Man "verläuft" sich schnell in den komplexen Einstellungen.
Verzögerte Updates: Da das Team die neuen Funktionen von Linden Lab (wie PBR-Grafik) erst mühsam in den eigenen Code integrieren muss, dauert es oft länger, bis Firestorm technisch auf dem absolut neuesten Stand ist.
Hardware-Hunger: Durch die vielen Zusatzskripte und Funktionen benötigt der Firestorm oft mehr Arbeitsspeicher und CPU-Leistung als minimalistischere Viewer.
Alchemy ist ein Third-Party Viewer, der sich besonders auf Performance, ein modernes Interface und technische Reinheit konzentriert. Er ist bei Usern beliebt, die eine schnellere und „leichtere“ Alternative zum oft überladenen Firestorm suchen.
Vorteile
Herausragende Performance: Viele Nutzer berichten von deutlich höheren FPS (Bildern pro Sekunde) im Vergleich zu Firestorm. Er nutzt moderne Hardware-Ressourcen sehr effizient aus, was ihn ideal für High-End-PCs macht.
Modernes Design: Die Benutzeroberfläche wirkt aufgeräumter und moderner als bei vielen anderen Clients. Er kombiniert die Schlichtheit des offiziellen Viewers mit den nützlichsten Power-Features der Drittanbieter.
Hervorragende Grafikdarstellung: Alchemy ist oft führend darin, wie Licht und Schatten (und die neuen PBR-Materialien) gerendert werden, was ihm den Ruf eines „schönen“ Viewers eingebracht hat.
RLV-Support: Wie Firestorm unterstützt auch Alchemy das Restrained Love-Protokoll für immersives Rollenspiel.
Nachteile
Weniger „Nischen-Features“: Im direkten Vergleich zu Firestorm fehlen einige der spezielleren Werkzeuge. Wenn du an sehr spezifische Firestorm-Funktionen gewöhnt bist, wirst du sie hier eventuell vermissen.
Kleinere Community: Da die Nutzerbasis kleiner ist als bei Firestorm, gibt es weniger deutschsprachige Support-Gruppen oder Tutorials. Bei Problemen muss man öfter in englischsprachigen Foren suchen.
Beta-Status: Alchemy befindet sich oft in einer Art „Dauer-Beta“. Das bedeutet, dass er zwar sehr schnell neue Technologien übernimmt, aber manchmal instabiler sein kann als die „langsameren“ Konkurrenten.
Dieser Viewer wird von Henri Beauchamp entwickelt und ist legendär dafür, dass er die klassische, sehr kompakte Benutzeroberfläche der ganz frühen Second-Life-Jahre (V1-Interface) beibehält, unter der Haube aber technisch absolut modernisiert wurde.
Vorteile
Enorme Geschwindigkeit: Der Cool VL Viewer gilt als einer der schnellsten Viewer überhaupt. Er ist extrem ressourcensparend und holt selbst aus älteren Rechnern oder Laptops eine beeindruckende Performance heraus.
Stabilität: Er ist bekannt für seine hohe Zuverlässigkeit und extrem seltene Abstürze, da der Code sehr sauber und schlank gehalten wird.
Effizienz für Profis: Die alte V1-Oberfläche bietet viele Funktionen mit nur einem Klick, ohne dass man sich durch verschachtelte Menüs graben muss. Wer sich einmal daran gewöhnt hat, arbeitet oft schneller damit.
Fortschrittliche Technik: Trotz des "Retro-Looks" unterstützt er modernste Features wie PBR-Materials und Mesh-Technologien oft sehr zeitnah.
RLV-Support: Er bietet eine sehr solide und saubere Implementierung des Restrained Love Viewer-Protokolls.
Nachteile
Gewöhnungsbedürftiges Interface: Für Nutzer, die mit dem modernen SL-Design aufgewachsen sind, wirkt die Oberfläche wie aus den frühen 2000er-Jahren. Die Lernkurve für das "alte" Menüsystem ist für Einsteiger steil.
Manuelle Updates: Während andere Viewer oft automatische Benachrichtigungen oder Installer bieten, ist das Update-Prozedere beim Cool VL Viewer manchmal etwas technischer.
Dieser Viewer wird von NiranV Dean entwickelt und verfolgt ein klares Ziel: Second Life so gut wie möglich aussehen zu lassen. Er ist das bevorzugte Werkzeug für Fotografen, Blogger und Machinima-Ersteller.
Vorteile
Beste Bildqualität: Black Dragon kitzelt oft noch mehr Details aus der Engine heraus als andere Viewer. Die Licht- und Schattenberechnungen sowie die Darstellung von PBR-Materialien gelten als besonders präzise und "knackig".
Der ultimative Poser: Er besitzt ein integriertes Tool, mit dem du jedes Gliedmaß und jeden Knochen deines Avatars direkt in-world präzise bewegen kannst. Das ist Gold wert, um für Fotos die perfekte Pose einzustellen, ohne ständig neue Animationen laden zu müssen.
Kamera-Optionen: Er bietet Funktionen wie das Rollen der Kamera (Schräglage) und eine sehr feine Kontrolle über die Schärfentiefe (Depth of Field), was kinoreife Aufnahmen ermöglicht.
Scene Freezing: Du kannst die gesamte Szene „einfrieren“, um in Ruhe den perfekten Winkel für ein Foto zu finden, ohne dass sich Avatare oder Objekte bewegen.
Einzigartiges Interface: Das Design weicht stark vom Standard ab und wirkt eher wie ein modernes Videospiel-Menü, was nach der Eingewöhnung sehr effizient sein kann.
Nachteile
Hohe Hardware-Anforderungen: Um die grafische Pracht voll auszunutzen, benötigt man einen starken PC (vor allem eine potente Grafikkarte). Auf schwächeren Laptops kann der Viewer sehr langsam sein.
Gewöhnungsbedürftige Steuerung: Die Navigation und die Menüführung sind völlig anders als bei Firestorm oder dem offiziellen Viewer. Viele Nutzer finden die Bedienung anfangs „fremdartig“ oder kompliziert.
Fehlende Alltags-Features: Da der Fokus auf Grafik und Fotografie liegt, fehlen einige praktische Funktionen für das tägliche Leben oder das Bauen, die man von Firestorm gewohnt ist.
Der Catznip wird von Kitty Barnett entwickelt und ist bekannt für seine „Home Grown“-Features. Das bedeutet, dass die Entwickler viele Funktionen von Grund auf neu schreiben, anstatt sie einfach von anderen Viewern zu kopieren. Er ist die Geburtsstätte des modernen RLVa-Protokolls.
Vorteile
Inventar-Meister: Catznip bietet einzigartige Funktionen zur Organisation deines Inventars. Ein Highlight ist die Textur-Vorschau per Mouseover: Du fährst einfach mit der Maus über einen Ordner, und der Viewer zeigt dir das Vorschaubild des Inhalts an – ideal für leidenschaftliche Shopper.
RLVa-Pionier: Da die Entwicklerin von Catznip auch das RLVa-Protokoll (die fortschrittliche Version von RLV) schreibt, ist dieser Viewer technisch immer ganz vorne mit dabei, wenn es um neue Funktionen für Rollenspiel-Skripte geht.
Vertrautes Interface: Er orientiert sich optisch stark am offiziellen Linden Lab Viewer. Wer den Standard-Look mag, aber mehr Power unter der Haube braucht, fühlt sich hier sofort zu Hause.
Nachteile
Keine „Feature-Sammlung“: Im Gegensatz zum Firestorm wird in den Catznip nicht jede Funktion eingebaut, die irgendwo verfügbar ist. Wenn du an ein ganz spezielles Nischen-Tool des Firestorm gewöhnt bist, könnte es hier fehlen.
Spezielle Performance-Eigenheiten: In manchen Szenarien ist Catznip extrem schnell, aber einige Nutzer berichten von Problemen beim Laden von Texturen (Blurry Textures), wenn die Internetverbindung oder der VRAM der Grafikkarte an ihre Grenzen kommen.
Verzögerungen bei Mainstream-Features: Da viele Funktionen selbst entwickelt werden, dauert es manchmal etwas länger, bis allgemeine Second-Life-Updates vollständig integriert sind.
7. Kokua Viewer
Kokua (hawaiianisch für „Hilfe“) wird vom Team Purple entwickelt. Er basiert sehr eng auf dem aktuellen Code von Linden Lab, integriert aber viele der beliebten Funktionen aus der Community. Er gilt als der „vernünftige Mittelweg“.
Vorteile
Originalgetreues Interface: Kokua behält das moderne Layout des offiziellen Viewers bei. Wer sich dort auskennt, muss nicht umlernen, profitiert aber von deutlich mehr Funktionen.
Marine Kelley’s RLV: Kokua ist einer der Viewer, die das originale RLV-Protokoll von Marine Kelley extrem präzise implementieren. Es gibt oft zwei Versionen: eine mit und eine ohne RLV-Unterstützung.
Invisiprim-Support: Ein technisches Highlight für Liebhaber älterer SL-Inhalte: Kokua kann sogenannte „Invisiprims“ (unsichtbare Primitive, die Teile des Avatars oder Wassers verdecken) oft besser darstellen als andere moderne Viewer.
Nachteile
Zwischen den Stühlen: Er bietet weniger Funktionen als der Firestorm, ist aber komplexer als der offizielle Viewer. Manche Nutzer finden, dass er dadurch weder das eine noch das andere perfekt bedient.
Kleinere Entwicklergruppe: Die Updates kommen zwar regelmäßig, aber die Ressourcen des Teams sind begrenzt. Es gibt keinen 24/7-Support oder eine riesige Tutorial-Datenbank.
8. Singularity Viewer
Singularity ist ein sogenannter „Hybrid-Viewer“. Er nutzt das klassische, extrem kompakte Interface der frühen Second-Life-Jahre (V1), hat aber unter der Haube viele moderne Funktionen aus neueren Code-Basen integriert.
Vorteile
Performance-Wunder: Singularity ist legendär dafür, Second Life auf Rechnern flüssig zum Laufen zu bringen, die mit modernen Viewern längst aufgegeben hätten. Er ist extrem schlank und verbraucht sehr wenig Arbeitsspeicher.
Maximale Übersicht: Durch das alte V1-Interface gibt es keine verschachtelten Seitenleisten. Alles ist über obere Menüleisten oder Tastenkürzel erreichbar. Das spart Platz auf dem Bildschirm – ideal für kleine Monitore.
Schnelle Ladezeiten: Viele Nutzer schwören darauf, dass Texturen und Objekte in Singularity schneller „rezzen“ (sichtbar werden) als in grafisch aufwendigeren Clients.
RLVa-Unterstützung: Er bietet eine sehr solide Integration des Restrained Love-Protokolls, was ihn trotz seines Alters zu einer festen Größe in der Rollenspiel-Szene macht.
Nachteile
Veraltete Grafik-Features: Da Singularity auf einer älteren Grundstruktur basiert, hinkt er bei den neuesten Grafik-Technologien hinterher. Die Darstellung der neuen PBR-Materialien oder komplexer Spiegelungen ist oft nicht auf dem Stand von 2026.
„Retro“-Optik: Für Nutzer, die ein modernes, schickes Design erwarten, wirkt Singularity wie ein Programm aus den 90ern. Es gibt keine modernen Icons oder Glas-Effekte im Menü.
Lange Update-Zyklen: Das Entwicklerteam ist klein, weshalb neue Funktionen von Linden Lab oft erst mit großer Verzögerung ihren Weg in den Singularity finden.
Eingeschränkte Mesh-Tools: Während das Bauen mit Prims wunderbar funktioniert, fehlen im Vergleich zum Firestorm oder offiziellen Viewer einige der modernsten Werkzeuge für die Bearbeitung von komplexen Mesh-Objekten oder Animesh.
Er basiert technisch auf Alchemy, legt den Fokus aber massiv auf visuelle Treue und künstlerische Werkzeuge.
Vorteile
Überlegene Grafik-Tools: Er enthält die „Aperture Phototools Suite“, die speziell für virtuelle Fotografen entwickelt wurde.
Exklusive visuelle Features: Er besitzt ein völlig neues, realistisches Sternenfeld, das das alte 20 Jahre alte System ersetzt, sowie verbesserte Shader für PBR.
Performance-Optimierung: Trotz der hohen Grafikqualität ist er extrem schnell. Er deaktiviert unnötige „Hardware-Probes“ beim Start und optimiert das VRAM-Management besser als der Standard-Firestorm.
Nachteile
Nischenprodukt: Da er weniger Nutzer hat als Firestorm, gibt es weniger deutschsprachige Support-Gruppen oder Tutorials. Die Dokumentation ist primär auf Englisch.
Fokus auf High-End: Während er gut optimiert ist, entfaltet er sein volles Potenzial erst auf Rechnern mit dedizierter Grafikkarte. Für „Office-Laptops“ ist er weniger geeignet als beispielsweise der Cool VL Viewer.
Kein „All-in-One“-Monster: Er verzichtet bewusst auf einige der tausenden (manchmal überflüssigen) Einstellmöglichkeiten von Firestorm, um die Performance hochzuhalten.
10. Kirstens Viewer
Die erste Wahl für Technik-Enthusiasten, die das Maximum aus ihrer Hardware herausholen wollen. Er ist quasi der „Sportwagen“ unter den Viewern: extrem schnell, aber auch etwas eigenwillig.
Vorteile
Maximale Performance: Der Viewer ist auf moderne Mehrkern-Prozessoren optimiert. Er bietet oft deutlich höhere FPS als der Standard-Viewer.
Grafik-Innovationen: Kirstenlee implementiert oft experimentelle Grafik-Tweaks, lange bevor sie in anderen Viewern landen.
3D-Anaglyph-Modus: Er verfügt über einen komplett neu entwickelten Modus für 3D-Brillen, der tiefer und flüssiger wirkt als alte Systeme.
Schlankes System: Unnötiger Ballast im Hintergrund wurde entfernt, was die Ladezeiten und die CPU-Last spürbar senkt.
PBR-Spezialist: Die Einbindung der neuen PBR-Grafik ist hier besonders „aggressiv“ auf Bildqualität getrimmt.
Nachteile
Permanent Beta: Der Viewer enthält oft experimentellen Code. Das bedeutet: Er kann extrem schnell sein, aber auch öfter mal abstürzen als ein konservativer Viewer wie Firestorm.
Wenig Support: Es gibt keine große deutsche Support-Gruppe. Bei Problemen musst du dich oft selbst durch englische Blogs oder den Quellcode wühlen.
Hohe Hardware-Anforderungen: Die Optimierungen bringen auf einem alten „Büro-Laptop“ kaum Vorteile. Er ist für moderne Gaming-PCs mit dedizierten Grafikkarten gedacht.
11. Lovense Viewer
Der Lovense Viewer ist ein spezieller Drittanbieter-Viewer, der direkt vom Hersteller der Lovense-Hardware entwickelt wurde. Im Jahr 2026 dient er primär dazu, die Verbindung zwischen Second Life und Teledildoniks-Hardware so einfach wie möglich zu gestalten.
Vorteile
Nahtlose Integration: Der größte Vorteil ist die direkte Verbindung. Du musst keine komplizierten In-World-HUDs oder externen Scripte konfigurieren. Der Viewer erkennt die Hardware oft automatisch oder via QR-Code.
Synchronisation: Aktionen im Spiel werden direkt in Vibrations- oder Bewegungsmuster der Hardware übersetzt.
Einfachheit für Einsteiger: Wer Second Life primär für den "Erwachsenen-Bereich" nutzt und keine Lust auf technisches Basteln hat, findet hier eine "Plug & Play"-Lösung.
Nachteile
Veraltete Basis: Der Lovense Viewer basiert oft auf dem offiziellen Standard-Viewer von Linden Lab. Das bedeutet, ihm fehlen fast alle Komfort-Funktionen, die du von Firestorm kennst.
Schlechterer RLV-Support: Viele Nutzer im Adult-Bereich nutzen RLV (Restrained Love API), um den Avatar fernzusteuern. Die Implementierung im Lovense Viewer ist oft weniger stabil oder umfangreich als in spezialisierten Viewern wie Catznip oder Firestorm.
Grafik & Performance: Er hinkt bei den neuesten Grafik-Updates (wie den aktuellsten PBR-Optimierungen) oft ein Stück hinterher, da die Entwickler sich auf die Hardware-Anbindung konzentrieren, nicht auf die Engine-Performance.
Hardware-Begrenzung: Der Viewer ist extrem auf Lovense-Produkte zugeschnitten. Wenn du Hardware anderer Marken nutzt, bietet dieser Viewer dir keinen Mehrwert.
12. Restrained Love Viewer (RLV)
Dieser Viewer wird von Marine Kelley entwickelt. Er ist kein „Allrounder“ wie der Firestorm, sondern ein hochspezialisiertes Werkzeug, das fast ausschließlich für ein Ziel entwickelt wurde: die Ermöglichung von External Control (Fremdsteuerung) im Rollenspiel. Er ist das Original, auf dem alle RLV-Funktionen anderer Viewer basieren.
Vorteile
Das Original: Da Marine Kelley das RLV-Protokoll erfunden hat, ist dieser Viewer die absolute Referenz. Alle neuen RLV-Befehle funktionieren hier garantiert zuerst und am zuverlässigsten.
Maximale Immersion: Der Viewer ist darauf ausgelegt, dem Nutzer (oder seinem Partner) die Kontrolle über das Interface zu geben. Er kann Aspekte wie das Inventar, die Karte oder sogar das Abnehmen von Kleidung durch Skripte einschränken.
Extrem Schlank: Der Viewer verzichtet auf fast allen „Schnickschnack“ anderer Drittanbieter. Dadurch ist er sehr schnell, stabil und verbraucht kaum Systemressourcen.
Sicherheit: Da er sehr nah am offiziellen Code von Linden Lab bleibt und keine unnötigen Zusatzfunktionen einbaut, gilt er als sehr sicher und stabil.
Nachteile
Fehlender Komfort: Wer den Luxus von Firestorm gewohnt ist (Area Search, Baustools, erweitertes Radar), wird den RLV als sehr „nackt“ empfinden. Er bietet kaum Quality-of-Life-Features außerhalb des Rollenspiels.
Kein RLVa: Er nutzt das klassische RLV-Protokoll. Die erweiterte Version „RLVa“ (die man in Catznip oder Firestorm findet) ist hier nicht enthalten, was in seltenen Fällen zu Inkompatibilitäten mit sehr modernen Skripten führen kann.
Sehr Speziell: Er ist wirklich nur für Nutzer gedacht, die aktives RLV-Rollenspiel betreiben. Für den „normalen“ SL-Alltag bieten andere Viewer deutlich mehr Vorteile.
13. Genesis Viewer
Der Genesis Viewer ist ein spezialisierter Client, der auf dem klassischen V1-Interface basiert, aber technisch komplett für das Jahr 2026 runderneuert wurde. Er richtet sich vor allem an Nutzer von Laptops und älteren PCs, die keine Lust auf das moderne, oft träge Interface haben.
Vorteile
Extreme Geschwindigkeit: Genesis wirbt damit, „blazingly fast“ zu sein. Er ist darauf optimiert, Second Life mit sehr hohen Bildraten (FPS) darzustellen, selbst auf Hardware, die mit anderen Viewern Probleme hat.
Geringer Speicherverbrauch: Er hat einen sehr kleinen „Memory Footprint“, was ihn zum idealen Begleiter für Laptops macht, die nicht über unbegrenzte RAM-Ressourcen verfügen.
Einzigartige Features: Er bietet Funktionen, die man sonst kaum in Legacy-Viewern findet, wie eine integrierte AO Engine (Animation Overrider), farblich markierbare Kontaktlisten und eine Chat-Historie, die Gruppen-Nachrichten bis zu 60 Minuten vor dem Login anzeigt.
Nachteile
V1-Lernkurve: Wie beim Cool VL oder Singularity ist das Interface für Nutzer, die nur das moderne SL-Design kennen, gewöhnungsbedürftig. Es gibt keine schicken Seitenleisten oder modernen Icons.
Kamera-Steuerung: Einige Nutzer empfinden die Kamera-Voreinstellungen im Vergleich zum Firestorm als weniger intuitiv oder vermissen die gewohnten Presets.
Crowd-Probleme: In extrem überfüllten Gebieten (z. B. Events mit 50+ Avataren) berichten manche Nutzer, dass Genesis schneller an seine Grenzen stößt als spezialisierte High-End-Viewer wie Alchemy.
14. Megapahit Viewer
Megapahit ist ein spezialisierter Fork des offiziellen Second Life Viewers. Er verfolgt eine Philosophie der „technischen Reinheit“.
Vorteile
Native Unterstützung: Megapahit gehört zu den Viewern, die sehr früh native Versionen für moderne Prozessoren angeboten haben, anstatt auf Emulation zu setzen. Das sorgt für eine deutlich bessere Performance auf Macs.
Schlankes System: Der Viewer versucht, so wenig „Balast“ wie möglich mitzuschleppen. Die Installationsdateien sind oft deutlich kleiner als bei der Konkurrenz, da er auf System-eigene Bibliotheken zurückgreift.
Ideal für Linux-Nutzer: Megapahit ist besonders in der Linux-Community (insbesondere unter Gentoo- oder Arch-Nutzern) beliebt, da er sich sehr sauber in diese Betriebssysteme integrieren lässt.
Nähe zum Original: Da er sehr eng am Code von Linden Lab bleibt, bietet er eine sehr stabile Erfahrung ohne die potenziellen Fehlerquellen, die durch zu viele zusätzliche Drittanbieter-Skripte entstehen können.
Nachteile
Fehlende „Bequemlichkeits-Features“: Wenn du an die riesige Werkzeugpalette von Firestorm gewöhnt bist, wird dir Megapahit sehr „kahl“ vorkommen. Er konzentriert sich auf das Wesentliche.
Nischen-Dasein: Viele Funktionen, die in der SL-Community als Standard gelten (wie bestimmte RLV-Erweiterungen), müssen hier oft manuell geprüft oder durch Plugins ergänzt werden, falls sie überhaupt unterstützt werden.
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Second Life für unterwegs: Mobile Viewer
Wusstet ihr, dass ihr Second Life auch auf eurem Smartphone oder Tablet nutzen könnt? Aktuell gibt es vier mobile Viewer, die offiziell unterstützt werden. Da sich die Bedienung am Handy stark von der am PC unterscheidet, hat Linden Lab diese am Ende der offiziellen Liste in einer eigenen Kategorie zusammengefasst.
Die Liste der mobilen Viewer findet ihr hier ganz unten: Third-Party Viewer
Wichtig für Entwickler: Wie man auf die offizielle Liste kommt
Falls ihr selbst an einem Viewer arbeitet oder wissen wollt, welche strengen Regeln ein Client erfüllen muss, um von Linden Lab offiziell anerkannt zu werden: Es gibt eine spezielle Seite, auf der alle Voraussetzungen für die Aufnahme in das „Third-Party Viewer Directory“ nachzulesen sind. Dort wird genau festgelegt, welche Sicherheits- und Datenschutzstandards erfüllt sein müssen.
Alle Details dazu findet ihr hier: Drittanbieter-Viewer Informationen & Richtlinien
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