Ausstellungstipp: VEINS OF SILK – von Sienna Dust

VEINS OF SILK – von Sienna Dust

Bjork Gallery – Februar 2026
Fotografien: Sienna Dust
Teleport zur Ausstellung
 

Die Eigentümerinnen der Galerie sind Cecilia Price-Nansen (cecilia.nansen) und Elizabeth (elizabethnantes). Ihre Galerie ist architektonisch wundervoll gestaltet – man fühlt sich wie zu Besuch in einer exklusiven, privaten Villa. Die Fotografien sind in den verschiedenen Räumlichkeiten präsentiert, was dem Rundgang eine ganz persönliche Note verleiht.

VEINS OF SILK – von Sienna Dust

Die Werke selbst sind fantastisch. Alle sind in Schwarz-Weiß gehalten und spielen meisterhaft mit Licht und Schatten. Das Licht hebt gezielt die wesentlichen Details hervor und erzeugt eine Stimmung von purer Sinnlichkeit.

Neben den Bildern finden sich kleine schwarze Schilder mit den jeweiligen Titeln, bei einigen Werken führt ein YouTube-Link sogar zu einem passend ausgewählten Song. In der gesamten Galerie verteilt finden sich dezente Hinweise, die das Thema der Ausstellung unterstreichen.

Diese wunderbare Ausstellung ist definitiv einen Besuch wert. Ich wünsche euch viel Freude beim Betrachten.

VEINS OF SILK – von Sienna Dust

Hier der Text der dort erhältlichen Notecard (von mir übersetzt): 

PHILOSOPHISCHE EBENE / KONZEPT: 

Hinter der sinnlichen Ästhetik von Veins of Silk verbirgt sich eine Meditation über das Paradoxon der Freiheit durch sanfte Zurückhaltung. Das Werk stellt die Fragen: Kann Hingabe eine Form der Ermächtigung sein? Kann Verletzlichkeit eine Architektur der Stärke bilden?

Bondage wird in seinen kulturellen Schattenseiten oft mit Kontrolle und Besitz assoziiert. Doch Sienna Dust erobert sich dieses Vokabular zurück – sie verwandelt die Sprache des Fesselns und Wickelns in eine Philosophie der Gegenseitigkeit. Hier ist der Knoten kein Gefängnis, sondern ein Versprechen. Der gebundene Körper ist nicht gefangen, sondern definiert – seine Konturen liebevoll nachgezeichnet, seine Grenzen anerkannt und geehrt.

Die Bilder existieren in einem Zwischenraum, in dem Konsens auf Neugier trifft; dort, wo der Akt des Gehaltenwerdens sowohl zur Metapher als auch zum Spiegel für emotionale Sicherheit wird. Jede Fotografie ist eine Einladung, über die Wege nachzudenken, auf denen wir Balance suchen – zwischen Hingabe und Selbstbehauptung, zwischen Entblößung und Schutz, zwischen Spannung und Erlösung.

Letztendlich geht es in Veins of Silk nicht um Bondage. Es geht um Zugehörigkeit – zum eigenen Körper, zum Vertrauen und zu den zarten Fäden, die uns alle verbinden. 

KURATORISCHE EINFÜHRUNG: 

Veins of Silk von Sienna Dust ist eine intime, monochrome Untersuchung der Sprache von Berührung, Spannung und Zärtlichkeit. Reduziert auf Schwarz-Weiß, offenbart die Serie, was darunter liegt: eine Choreografie aus Licht und Zurückhaltung, die wie ein leiser Herzschlag pulsiert.

In diesen Bildern wird die weiche Bandage zu einem metaphorischen Faden; nicht für Schmerz oder Unterwerfung, sondern für Verbindung. Die Fotografien legen die zerbrechliche Eleganz von Kontrolle offen. Diese Ausstellung versteht Bondage nicht als Einengung, sondern als Dialog – ein Austausch zwischen Weichheit und Stärke, Verletzlichkeit und Anmut.

Hier wird Seide zur Sehne, Zurückhaltung wird zum Rhythmus. Jedes Bild ist ein Impuls in einer größeren Meditation: Wie halten wir einander und uns selbst, ohne zu verletzen? 

SIENNA – ARTIST STATEMENT: 

Mich haben schon immer die Texturen fasziniert, die zwischen den Extremen leben – dort, wo Geborgenheit mit Spannung flirtet und Stille vor Verlangen zittert. Veins of Silk begann als eine Untersuchung der Berührung: wie etwas, das binden soll, auch beruhigen kann; wie die Geste des Umwickelns sowohl Kontrolle als auch Fürsorge in sich tragen kann.

Durch meine Linse betrachtet, ist die Bandage kein Symbol für Schmerz. Sie ist eine Erweiterung von Zärtlichkeit. Die Figuren, die ich fotografiere, sind keine Objekte; sie sind Teilnehmende an einem stillen Ritual der Geborgenheit – einer gegenseitigen Vereinbarung, die Konturen von Sicherheit und Hingabe zu erforschen.

Die Arbeit in Schwarz-Weiß erlaubt es mir, die Welt auf Form und Emotion zu reduzieren. Licht wird zu Atem. Schatten wird zu Haut. Ohne die Ablenkung durch Farbe wird jede Falte des Leders, jede Körnung der Textur zu einer Strophe in einem Gedicht über Intimität – bewusst, langsam und heilig.

Diese Serie ist eine Erinnerung: Weichheit ist keine Schwäche. Manchmal ist es ein Akt tiefer Stärke, gehalten zu werden – und sei es noch so sanft.

Alle in dieser Ausstellung gezeigten Kunstwerke sind ohne den Einsatz von Künstlicher Intelligenz entstanden.

❥Sienna Dust

VEINS OF SILK – von Sienna Dust

Kommentare

Beliebte Posts

Daemonika Nightfire: Viewer Lag, Skripte als Ursache

Simtipp: Peng Lai (Moderat)

Daemonika Nightfire: Mobile Bots Mainland - Performance, Privatsphaere und strukturelle Gegenmassnahmen

Daemonika Nightfire: Wie man eine oeffentliche Location so optimiert, dass sich Besucher wohlfuehlen ...

Simtipp: Pususaari – Where spring feels gentle (Moderat)